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AbTB.de: Achtsamkeitsbasierte Therapie & Beratung
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Forschungsstudien

Psychophysiologische Korrelate der Achtsamkeit

In den Studien dieses Forschungsprojekts der Universität Tübingen werden die Wirkmechanismen einer neuen Art von Psychotherapie zur Vorbeugung von Rückfällen von Depression erforscht. Deswegen fördert die freiwillige Teilnahme an den Studien nicht nur die psychologische Grundlagenforschung, sondern auch die Entwicklung klinisch-psychologischer Verfahren, die hoffentlich zu einem besseren Verständnis und erfolgreicheren Behandlung von Depression und möglicherweise auch anderer psychischen Störungen beitragen werden.

Laut Jahresbericht der Weltgesundheitsorganisation für 2001, ist Depression eine der meistverbreiteten Störungen in unserer Gesellschaft, die mit erheblichem Leiden für die Betroffenen und ihre Angehörigen verbunden ist. Es hat sich herausgestellt, dass eines der ungünstigsten Merkmale der Depression ihre wiederkehrende Natur ist. Zwar erholt man sich von einer depressiven Episode, es kommt aber in vielen Fällen bald die nächste. Deswegen wird in letzter Zeit sehr großen Wert auf Vorbeugungsverfahren gelegt. Eine solches Verfahren ist die sogenannte Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (englisch: Mindfulness-Based Cognitive Therapy, MBCT) – eine Art von Aufmerksamkeitstraining für Menschen, die schon drei oder mehr depressive Episoden erlitten haben, gegenwärtig nicht depressiv sind, aber laut Statistik unter einem erheblichen Rückfallrisiko stehen. Die ersten Forschungsergebnissen zur MBCT sind vielversprechend: nach der Therapie wird das Rückfallrisiko um 50% reduziert. Wir möchten diese neue Behandlungsform an deutschen TeilnehmerInnen untersuchen und vor allem mehr Einsicht in die Wirkmechanismen der Therapie gewinnen.

Für die weitere Entwicklung von MBCT ist es wichtig mehr über die Rolle der trainierten fokussierten Aufmerksamkeit bei dem Therapieprozess zu wissen. Wir möchten die Hirnströme von Menschen mit und ohne eine Vorgeschichte von Depression, bei verschiedenen Aufmerksamkeitsaufgaben, vor und nach MBCT messen und vergleichen. Von den Reaktionen des Gehirns auf einfache Reize (z.B. Geräusche) können wir auf bestimmte mit der Aufmerksamkeit verbundene Grundfunktionen des Gehirns schließen. Anhand der Ergebnisse des Experiments werden keine Schlüsse über den Gesundheits-, Intelligenz-, oder psychischen Zustand der TeilnehmerInnen gezogen. Vielmehr werden diese Daten dazu dienen, die grundlegenden Beziehungen zwischen Gedanken und Emotionen besser zu verstehen und vor allem zu erforschen, wie sich diese Beziehungen in der elektrischen Aktivität des Gehirns widerspiegeln, welche Rolle dabei die Aufmerksamkeitslenkung spielt und wie sich das nach einem MBCT-Kurs ändert.

Stand: 27.10.2008 19:15 | Impressum | © Copyright | Webmaster
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