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Achtsamkeitsbasierte Therapie & BeratungDepression ist zur Volkskrankheit geworden: 15% bis 20% von uns erleiden mindestens eine depressive Episode in ihrem Leben. Warum sind wir so anfällig für diese Plage? Die neuesten Forschungsergebnisse zeigen, dass es neben allen komplizierten biologischen, sozialen und psychologischen Faktoren eine grundlegende Ursache dafür gibt, die in der bloßen Natur des Menschen liegt. Das ist einfach unsere Gewohnheit die Dinge als gut oder schlecht zu bewerten. Sie ist so tief in uns verwurzelt, dass wir oft gar nicht zwischen unseren Bewertungen der Realität und der Realität selbst unterscheiden können.
Wenn wir unsere Lebensumstände als gut bewerten, dann gibt es kein Problem -- dann sind wir glücklich. Wenn wir aber vieles in unserem Leben schlecht finden, dann sind wir unglücklich -- und wir leiden. Einige von uns reagieren darauf mit Wut, andere -- mit Angst und viele -- mit Trauer und Depression. Diese Reaktionen lösen oft weitere negative Bewertungen aus und sorgen daher für noch mehr Leiden. Dieser Teufelskreis ist besonders typisch für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen
Die Depressionsforschung hat gezeigt: eine leichte Verstimmung kann sich schnell zu einer depressiven Episode steigern, gerade bei Menschen, die schon drei oder mehr solche Episoden erlitten haben. Die Depression wird dabei durch eine Kette von einander erzeugenden und sich gegenseitig verstärkenden negativen Bewertungen der Situation, der Umwelt, der eigenen Person, und der erwarteten Zukunft verursacht, aufrechterhalten und verstärkt.
Depression erscheint also als eine der vielen Formen des Leidens, die als Folgen von negativen Bewertungen der Realität entstehen. Ob sich das Leiden als Depression ausdrückt, oder eine andere Form annimmt, wird bei jedem Menschen durch genetische, biologische, soziale und psychologische Faktoren bestimmt.
Achtsamkeit zeigt sich als sehr effektiv in der Vorbeugung von Depressionen bei Menschen die schon mehr als zwei Mal klinisch depressiv waren und schon eingesehen haben, dass sie auch in der Zukunft nicht verschont werden, wenn ihre vom Grübeln und negativem Denken geprägten Reaktionsmuster auch weiterhin über ihr Wohlbefinden bestimmen. Durch die Übung der Achtsamkeit lernen solche Menschen ihre negativen Gedanken nur als Gedanken und nicht als 100% wahre Fakten zu sehen.